Mittwoch, 11. Mai 2016

Auf den Spuren von Astrid Lindgren - Teil 2

Nun waren wir also in Vimmerby angekommen!
Wir hatten eine kleine charmante Wohnung mitten in der Stadt gemietet über einem kleinen Trödel-Flohmarkt. Alle Einrichtungsgegenstände konnten ebenfalls gekauft werden, da die Wohnung im Haus des Eigentümers lag dem auch der Flohmarkt gehörte.

Am Samstag startet unser gut durch geplanter Tag mit einem Besuch im echten Bullerbyn! Oh, was war ich glücklich dort zu sein! 
Der Vater von Astrid Lindgren hat selber als Kind mal auf dem mellangården gelebt, doch heute lebt da weder Lisa von Bullerbyn noch sonst wer der mit Astrid Lindgren verwandt ist. In den Häusern wohnen nun normale Familien, jedoch bezweifele ich, dass man dort im Sommer gut leben kann - bei all den Touristen die täglich kommen um das ECHTE Bullerbyn zu bewundern. 
Der Hof liegt wirklich mitten auf dem Land mit nicht viel außer Wiesen und Feldern drum herum. Doch nun liegt neben der kleinen Straße auch ein recht großer Parkplatz und Anschauungstafeln die von Bullerbyn berichten. 


Was auch witzig zu sehen war, dass es manchmal die Schilder nur in schwedisch und deutsch gab, anstelle von schwedisch und englisch. Man weiß eben, aus welchem Land die Astrid Lindgren Liebhaber kommen :) 
Wir hatten jedoch das große Glück vor der ganzen Tourismus-Session zu kommen, so waren wir die einzigen in Bullerbyn und auch an vielen anderen Plätzen. 
Bullerbyn war wirklich schön und doch anders als all die Jahre in meinem Kopf. 
Irgendwie kam ich mir vor, wie jemand der nach all den Jahren sein altes Puppenhaus auf dem Dachboden wieder findet - man hat so viele schöne Erinnerungen damit, gleichzeitig wundert man sich, ob das Puppenhaus schon damals so klein war, dachte man doch damals das Haus sei riesig gewesen und irgendwie mischt sich ein bisschen Nostalgie mit der Sehnsucht nach Vergangenheit. 

Von Bullerbyn ging es dann weiter nach Lönneberga - da wo der kleine Michel bzw. im schwedischen Emil wohnte. Als kleine Info, weshalb Emil in Deutschland Michel heißt; man wollte eine Verwechslung mit Emil und die Detektive von Erich Kästner vermeiden und hat daher den kleinen schwedischen Jungen umbenannt :)


Auch hier bei handelt es sich wieder um einen Original-Drehort!
Nach all den süßen roten Häusern und der prallen Sonne haben wir einen kleinen skogspromenad gemacht - also einen Waldspaziergang :)
Das tat gut nach all dem Städte anschauen mal wieder im Wald zu sein. 





Nach der kleinen Runde um den See haben wir noch Mittag gegessen. Einmal vegetarische Hamburger mit Fingerfood-Gemüse - den das Grünzeug wollte nicht auf dem Burger halten und ist immer wieder runter gefallen :)

Ob mit dem Campingkocher oder über offenem Feuer
meine Familie (und mittlerweile auch ich) liebt es draußen zu kochen

Danach sind wir zu ältesten Eiche von ganz Skandinavien oder vielleicht sogar ganz Europa gefahren! Diese Eiche hat selbst einen eigenen Wikipedia Artikel - zudem gilt sie offiziell als "dickste" Eiche, d.h. sie hat den größten Umfang mit fast 15m!
Vor einem tausendjährigen alten Baum zu stehen, zeigt uns wie winzig klein unsere Zeit auf der Erde ist. Wenn wir Glück haben, werden wir vielleicht mal 90 mit einem gesunden Lebensstil. Doch was sind schon 90 Jahre im Vergleich zu über 1000 Jahren? Was muss diese Eiche schon alles mit erlebt haben? So viele Gesichter gesehen haben, so vielen Tieren ein zu Hause gegeben, so oft einfach unbemerkt vor sich hin gelebt und so vielen Bauern, Kindern und Wanderern ein schattiges Plätzchen in der Sommersonne gegeben. Und nun bauen wir um den bereits halbtoten Baum einen Zaun und legen ihn Ketten.

Das älteste lebende Lebewesen, was ich je vor mir gesehen habe ★ 
Zufälligerweise haben wir nicht weit von der alten Eiche eine Gruppe von Traktoren und deren Besitzern getroffen. An die 40, 50 Stück alte Traktoren mit kleinen Anhängern oder Kindern neben dem Fahrersitz. Wir fragen kurz und erfuhren so, dass sie eine Traktor Rally machten - sprich, jeder holt seinen alten Traktor aus der Scheune und dann fährt man gemeinsam über die Landstraßen und hält irgendwann irgendwo an für eine gemeinsame fika (also Gebäck und Kaffee). Während es für meine Gastschwester äußerst komisch und schwachsinnig klang, konnte ich nur schmunzeln über die unterschiedlichen Gegebenheiten zwischen Land und Stadt.

Nach unserem Ausflug in die Natur fuhren wir zurück nach Vimmerby zu Astrid Lindgrens Näs. Eine Ausstellung um Astrid Lindgren, auf bzw. neben dem Grundstück von ihrem Elternhaus. Die Ausstellung war wirklich sehr schön und zu empfehlen. Ich empfand die ganze Ausstellung als so würdevoll. Der Raum war gar nicht sooo groß, doch relativ still. Man ging mit AudioGuides durch und konnte so zu jedem Teil der Ausstellung mehr erfahren. 
Astrid Lindgren war schon ein besonder Mensch, der es auch nicht immer leicht im Leben gehabt habt und trotzdem Lebensfreude ausgestrahlt hat und die Welt zu einem besseren Platz machen wollte. Ihre Bücher wurden in 86 Sprachen übersetzt und insgesamt um die 80 Millionen Bücher verkauft - würde man alle Bücher hinter einander legen, könnte man unsere Erde dreimal damit umwickeln.


In dem kleinen Park vor dem Museumshaus liegt auch das Haus in dem Astrid Lindgren mit ihren Geschwistern und Eltern aufgewachsen ist. Die Bäume hatten gerade ihre ersten grünen Blättern dem Himmel entgegengestreckt und alles blüht und war farbenfroh! 
Auch gab es eine Schaukel und ich habe nach gefühlten Jahren mal wieder geschaukelt - dabei dachte ich mir, es sollte überall Schaukeln geben, man vergisst all den Stress und bekommt so ein automatisches Lächeln ins Gesicht. 


Am Abend habe ich auch nochmal allein eine kleine Runde durch Vimmerby gedreht und ein paar Fotos gemacht. Auch habe ich den Friedhof aufgesucht und das Grab von Astrid Lindgren besucht. Ich musste es ehrlich gesagt suchen, ich bin lange die Reihen entlang gelaufen und habe nach dem Grab Ausschau gehalten und dann habe ich es auf einmal gesehen, da lag es so friedlich in der Abendsonne...




Das war auch schon der zweite Teil - der dritte Teil handelt dann um Sonntag, als wir wieder Heim gefahren sind.

Eure Alexa ❤ 

Kommentare:

  1. Oh wie wunderschön! Vielen Dank für die tollen Fotos und deinen gefühlvollen Bericht. Bin tief bewegt.
    Liebste Grüße,
    Mama

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  2. Ich bin umgeben von ganz vielen nassen Taschentüchern, sehe fast nichts und bin überglücklich. Meine liebe Ala, du schreibst wieder wunder schön. Wie immer denke ich, ich habe es selbst erlebt. Ich drücke dich ganz fest. Wieter sooooooo :)
    Omi

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  3. Großes DANKESCHÖN an deine lieben Gasteltern. Sie unternehmen wirklich sehr viel mit dir. Es ist sehr schön wie sie dir viele tolle Erlebnisse ermöglichen bei deinem Aufenthalt in Schweden. Danke, danke!!!!!!! ;)
    LG Omi

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  4. Mein schönes, schönes Småland <3
    Du hast es in einer wunderbaren Art und Weise eingefangen! Ich bin etwas kamerafaul geworden, vor allem jetzt im Mai ist das jammerschade, aber deine Bilder füllen diese Lücke auf! Love it!!
    Vera

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    1. Oh dankeschön!
      Ja ich merke es bei mir, dass ich keine Kraft mehr habe Tagebuch zu schreiben. Doch ich weis das werde ich später bereuen...
      Dir noch ne schöne Zeit im wunderschönen Småland und in Skåne!

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