Montag, 7. Oktober 2019

Back in Sweden

Bevor es mit meinem Studium aber so richtig losgehen sollte, bin ich nochmal für fast eine Woche nach Schweden gefahren.

Auf dem Hinweg habe ich den Zug gewählt - ich hatte Glück und eine wirklich gute Verbindung gefunden. Erfurt - Hamburg - Kopenhagen - Stockholm in 16 Stunden.
Das mag vielleicht für den ein oder anderen erstmal lang und ungemütlich klingen, aber den kann ich beruhigen. Die Zeit verging wie im Flug *haha* und die meisten Sitze waren doch recht bequem.

So kam ich an einem Dienstagnachmittag, ein bisschen müde, im wunderschönen Stockholm an! Doch auch, wenn Stockholm meine Lieblingsstadt ist und bleibt - war eins noch viel schöner! Meine Gastfamilie wiedersehen!

Es war das erste Mal, dass ich einfach nur so Schweden besuche - einfach nur um meine Familie zu sehen und Zeit an dem Ort zu verbringe, der mir so viel bedeutet. Das Gefühl war auf einmal wieder da, wie damals vor vier Jahren - ich war einfach nur ich. Und oh, wie ich es genoßen habe Zeit mit meiner Familie vor Ort zu verbringen. Einfach wieder in diese Zeit eintauchen und zu spüren, dass man irgendwie noch immer mit dazu gehört. Die Tatsache, dass ich auch in meinem alten Zimmer geschlafen habe, hat das ganze Gefühl vermutlich nochmal bestärkt.

Das Wetter meinte es wirklich gut mit mir und hat mir herrlich sonnige Tage geschenkt die ich in Stockholm verbrachte. So besuchte ich u.a. das jüdische Museum in Gamla Stan, lauschte einer Fragestunde im schwedischen Parlament, nahm an einem 3D-Druck Workshop teil, brachte beim YFU Büro eine Fikapause vorbei und lief bei einer Stadtführung in Södermalm mit. Meine Tage waren im Vorfeld nicht geplant und so lief ich meist einfach irgendwo los und ließ mich vom Lichtspiel der Sonne, um die nächste Ecke tragen. In manchen Geschäften schaute ich nur kurz rein, in anderen verbrachte ich mehr Zeit und träumte davon all die schönen Stoffe und Möbel mit nach Deutschland nehmen zu können, bei einer schönen Aussicht verbrachte ich ein Stündchen einfach nur damit schon fast meditativ auf die Stadt zu schauen und konnte mich erst motivieren wieder aufzustehen, als meine Beine schon ganz kalt geworden waren.


Am Freitag, dem 27.09., nahm ich am Streik von Fridays for Future in Stockholm mit teil. Diese Erfahrung war unglaublich, so viele Menschen an einer Demonstration/ Streik hatte die Stadt vorher noch nie gesehen. Es dauerte ewig bis wir loslaufen konnten und die Stimmung war auf dem ganzen Weg so emotional. Es lag das Gefühl in der Luft, dass man zusammen stark sein kann, dass wenn wir nur laut genug unsere Sprüche rufen würden, die Politiker wirklich auf uns hören würden.

Am Freitagabend ging es noch zum Abendessen nach Uppsala - eingeladen in die Wohung von meinem Gastbruder und seiner Freundin (schaut bei ihr vorbei: Blog). Maria hat auf ihrem Blog bereits einige Fotos von deren Wohnung gezeigt und ja, im Original ist sogar noch schöner!
Samstagmorgen sind wir noch in der Dämmerung losgezogen und mit dem Zug nach Sala ins Sommerhaus gefahren. Dort angekommen haben wir die Regenpause gleich genutzt und haben Preiselbeeren und Blaubeeren gesammelt, aus denen wir am Nachmittag Marmelade gekocht haben.

Samstag war unglaublich entspannend - einfach am warmen Kamin sitzten und die Gedanken ein wenig abschalten. In letzter Zeit fällt es mir schwer nicht komplett in meinem Strudel aus Gedanken zu versinken. Auch deswegen hat mir Schweden so gut getan - ein wenig räumlicher Abstand wirft einen neuen Blick auf manche Sachen.

Am Montag bin ich mit dem ersten Flieger wieder zurück ins stürmische Berlin und von dort mit dem FlixBus zurück nach Erfurt. So im direkten Vergleich muss ich zwar leider sagen, dass der Fug billiger war, ich aber trotzdem lieber wieder mit dem Zug reisen würde. Es war deutlich entspannter und gemütlicher, als über Flughäfen zu hetzen und mit der S-Bahn samt Gepäck zu fahren. Am Ende macht selbst die Zeit keinen so großen Unterschied. Mit dem Zug bin ich über Nacht gefahren, also gegen 19 Uhr in Erfurt gestartet und dann am nächsten Nachmittag in Stockhom. Beim Flug musste ich extra zeitig aufstehen, da mein Flug 7 Uhr abhob. Trotzdem war es dann 17/18 Uhr als ich wieder in Erfurt ankam. Meine nächsten Reisen nach Schweden werden daher mit dem Zug stattfinden.

Eurer Kleinstadtmädchen, dass noch ewig von Schweden schwärmen könnte...












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